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Blue Zebra crossing through Time 2026: Acryl Mixed Media on Canvas

1700,00 €Preis
Größe

Aus einem tiefblau pulsierenden Farbgrund tritt links ein blau gestreiftes Zebra hervor – Mähne und Stirn in fließenden Kobalt- und Ultramarinlinien, die sich wie Wasser über das Gesicht des Tieres ergießen. Sein Blick ist nach innen gewandt, fast meditativ.


Ihm gegenüber, in der oberen rechten Bildhälfte, schwebt eine antike Standuhr mit goldenen Zeigern auf cremefarbenem Zifferblatt, gerahmt von hellen, fast porzellanhaft modellierten Pinselzügen. Zwischen den beiden Polen – Tier und Zeitmesser – hängt, wie ein zartes Lesezeichen, das ovale Bildnis eines Padres aus einem spanischen Geometrieschulbuch von 1780; eingebettet in Buchseiten, deren Fragmente („perpendicular”, „triángulo rectángulo”, „cúspide”) als Collage in die Malschicht eingearbeitet sind.


Im unteren Bildbereich entfalten sich orange-rote Schleifen und ornamentale Linien über

einem Raster aus warmem Gold und Bernstein – ein vibrierender Gegenpol zur kühlen

Klarheit oben.


Interpretation

Drei Wesen begegnen sich auf engem Raum: das blaue Zebra als Sinnbild für Lebendigkeit, Andersartigkeit und kindliche Neugier; die Uhr als unbestechliche Hüterin der Vergänglichkeit; und der Padre als stiller Vermittler zwischen Wissen, Glaube und Vergangenheit. Das geometrische Schulbuch aus dem 18. Jahrhundert verankert die Szene in einer Welt des Lernens, des Maßes und der Ordnung – während die expressive, fast tropfende Malweise des Zebras dieser Ordnung eine sinnliche, intuitive Kraft entgegensetzt.


Hingabe trifft Achtsamkeit, Unschuld trifft auf das Verrinnen der Stunden.


Das Werk erzählt davon, dass jedes Leben zwischen Farbe und Aufregung, Begegnung und Wachstum, Ungeduld und schwindender Zeit verankert ist – ein leises Memento Mori,

eingehüllt in Lebensfreude.


Einordnung ins Werk

„Blue Zebra Crossing Through Time” steht in direkter Linie zu Stephanie Bings fortlaufender Auseinandersetzung mit Tieren, hier dem Zebra als symbolischer Figur – einem wiederkehrenden Protagonisten ihres Œuvres (Amazing Animals) der zwischen Wildheit und Anmut, Schwarz-Weiß-Denken und Farbexplosion vermittelt.


Im Gegensatz zu Bings großformatigen Arbeiten seit 2026 verdichtet dieses kleine Format

(40 × 40 cm) die typische Bildsprache der Künstlerin zu einer kammermusikalischen Geste: collagierte Buchseiten, sakrale Fundstücke, geometrische Versatzstücke und gestisch- expressive Malerei verbinden sich zu einer poetischen Mikro-Erzählung. Die Verwendung historischer spanischer Drucke verweist auf den Entstehungsort Port d’Andratx und auf Bings künstlerischen Dialog zwischen mediterraner und mitteleuropäischer Kultur.


In der internationalen zeitgenössischen Mixed-Media-Malerei reiht sich das Bild in eine

Tradition ein, die von Robert Rauschenbergs Combines und Anselm Kiefers materialschweren Schichtungen bis zu Hung Lius collagierten Geschichtsbildern reicht – die Verschmelzung von gefundenem Druckmaterial, sakraler Ikonografie und expressiver Malerei als Strategie, um Zeit, Erinnerung und Gegenwart simultan erfahrbar zu machen.

Bings spezifische Handschrift liegt in der Verbindung dieser konzeptuellen Tiefe mit einer

durchlässigen, fast lyrischen Farbsprache und einem unverkennbar femininen, kuratorischen Blick. Das Format und die intime Bildgröße knüpfen zugleich an die europäische Tradition des Andachts- und Kabinettbildes an – hier jedoch ins 21. Jahrhundert übersetzt, in dem ein blaues Zebra die Rolle des stillen Boten übernimmt.

  • Acryl Mixed Media on Canvas

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