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Caribbean green Fish & Parrot. 2020

2000,00 €Preis

Caribbean Memory (Sangre del Mar)

Caribbean green Fish & Parrot

2020

Acryl Mixed Media on Canvas

50 x 50 cm gerahmt

€ 2000


S O L D


Eine außergewöhnlich starke, unverwechselbare Bing-Ästhetik: opulent, erzählerisch und voller visueller Spannung. In Caribbean Memory (Sangre del Mar) entfaltet sich eine leuchtende Bildwelt, in der Meer, Tierwelt und Erinnerung ineinanderfließen. Das Werk zieht den Blick unmittelbar in seine vibrierende Farbigkeit und hält ihn zwischen der kraftvollen Gestalt des Fisches, dem auffliegenden Papagei und den dicht verwobenen Zeichen- und Bildfragmenten gefangen.


Im Zentrum liegt ein großer, heller Fisch, dessen ausgedehnter Körper den Bildraum beinahe durchmisst. Eine kräftige rote Linie teilt seine Gestalt und wirkt wie eine Ader, ein Riss oder eine Spur, die sich durch das gesamte Werk zieht. Über ihm breitet ein grün-gelber Papagei seine Flügel aus. Seine Bewegung bringt Leichtigkeit und Aufbruch in die Komposition, während der dunklere Vogelkopf im Hintergrund eine geheimnisvolle, beinahe beobachtende Präsenz schafft. Korallen, kleine Fische und weitere maritime Formen verdichten die Umgebung zu einem lebendigen Unterwasserraum.


Die Bildfläche ist aus unterschiedlichen Ebenen zusammengesetzt: kräftige Farbflächen, zeichnerische Linien, Schriftzeichen und collageartige Fragmente überlagern sich und lassen die Szene wie ein vielschichtiges visuelles Gedächtnis erscheinen. Türkis und Blau bilden den leuchtenden Grund, in den Neongrün, Korallenrot, Rosa, Schwarz und helle Cremetöne einschlagen. Diese Farben wirken nicht bloß dekorativ, sondern erzeugen Rhythmus, Bewegung und emotionale Spannung. Das Bild scheint sich ständig neu zu ordnen – und bleibt gerade dadurch lebendig.


Der Titel Caribbean Memory (Sangre del Mar) öffnet eine poetische Lesart zwischen persönlicher Erinnerung und karibischer Vorstellungswelt. Das Meer erscheint als Raum, der Geschichten bewahrt: von Natur und Reise, von Schönheit und Verletzlichkeit, von Bewegung und Wandel. Der Fisch wird zur Hauptfigur dieser inneren Landschaft. Die rote Linie in seinem Körper kann als „Blut des Meeres“ verstanden werden – als Lebensader, Verbindung oder Bruch, der die fragile Grenze zwischen Leben und Gefahr sichtbar macht. Der Papagei setzt dazu ein Zeichen der Freiheit. Er erhebt sich aus der dichten Bildwelt und trägt den Blick über das unmittelbar Sichtbare hinaus.


So entsteht ein Werk, das sich einer eindeutigen Erzählung entzieht und seine Kraft aus dem Nebeneinander verschiedener Bedeutungen bezieht. Es ist zugleich farbenprächtig und geheimnisvoll, verspielt und ernst, voller Bewegung und doch von einer fast traumhaften Intensität. Caribbean Memory (Sangre del Mar) lässt das Meer nicht als bloße Landschaft erscheinen, sondern als inneren Resonanzraum – als Ort, an dem Erinnerung, Fantasie und Leben in einer unverwechselbaren Bildsprache zusammenfinden.


Das Bild feiert die Fülle der Karibik: das sonnenflirrende Meer, den glitzernden Himmel, Korallen, Fische und tropische Vögel. Wasser und Luft gehen ineinander über, der Papagei fliegt, als würde er schwimmen, und der Fisch gleitet, als würde er fliegen. So entsteht ein Gefühl von Leichtigkeit, wie man es bei 30 Grad Wassertemperatur erlebt.


Unter dieser Oberfläche liegt eine zweite Ebene. Die Kritzeleien, die an Kinderzeichnungen erinnern, und die Wörter „Sangre“ und „Heart pumping blood“ erzählen von Blut, Herz und Lebenskraft. Sie erinnern aber auch an die dunkle Geschichte der Karibik, an Sklaverei und Kolonialismus.


Das Paradies bekommt dadurch Tiefe: Schönheit und Geschichte, Unbeschwertheit und Erinnerung stehen gleichberechtigt nebeneinander.


Entstehung auf Turks and Caicos


Das Gemälde entstand 2020 auf Turks and Caicos. Stephanie Bing besucht die karibische Insel seit rund 20 Jahren immer wieder mit ihrem Ehemann, meist im Februar. Für sie ist sie ein persönlicher Rückzugsort, mit dem türkisblauen Meer direkt vor der Tür. Das Bild spiegelt diesen Lebensstil wider: Licht, Wärme, Wasser und die bunte Tierwelt der Insel. Dazu kommt das ganze Bildrepertoire, das die Künstlerin im Kopf trägt, von der Kunstgeschichte bis zu den Bilderwelten von Instagram.


Einordnung in Stephanie Bings Werk


Das Bild ist typisch für die Malerei von Stephanie Bing. Sie verbindet genau beobachtete, fast realistische Tiermotive mit gestischen, expressiven Farbflächen und Zitaten aus der Kunstgeschichte. Die Hommage an Jean-Michel Basquiat, dessen Vater aus Haiti stammte, ist mehr als ein Stilzitat: Sie verbindet die karibischen Wurzeln der Street-Art-Ikone mit dem Ort, an dem das Bild entstanden ist.


Wie in vielen ihrer Arbeiten entsteht eine vielschichtige Collage aus Erlebtem, Erinnertem und Zitiertem, getragen von kräftigen Farben in Pink, Orange, Grün und Blau.


Einordnung in die Zeitgeschichte


2020 war das Jahr, in dem die Corona-Pandemie begann. Stephanie Bing saß ersteinmal in der Karibik fest und konnte schließlich mit dem letzten Flug vor dem Lockdown über New York nach Deutschland ausreisen, bevor weltweit das Reisen plötzlich unmöglich wurde und alles zum Stillstand kam.

So wirkt das Bild heute wie ein festgehaltener Moment der Freiheit kurz vor dem Lockdown.


Gleichzeitig war 2020 das Jahr der Black-Lives-Matter-Bewegung, die weltweit neu auf die Folgen von Sklaverei und Rassismus aufmerksam machte. Auch darauf antwortet das Bild, mit dem Basquiat-Zitat und dem Wort „Sangre“.


„Green Parrot & Fisch“ verbindet private Urlaubsfreude mit den großen Themen unserer Zeit. Es ist ein lebensfrohes Bild mit üppigem Tiefgang.


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