top of page

Cup of Brain Childhood 1/2 (Diptychon) 2026

3000,00 €Preis

Cup of Brain Childhood 1/2 (Diptychon)

2026

Port Andratx

Acryl Mixed Media on Canvas

100 x 50 cm

€ 3000


zusammen € 5000

100 x 100 cm


In „Cup of Brain Childhood 1/2“ öffnet Stephanie Bing einen leuchtenden Erinnerungsraum zwischen Geborgenheit, Entdeckerfreude und den ersten Begegnungen mit dem Unbekannten.


Eine Spielzeugeisenbahn, ein Steiff-Teddybär, Pilze, ein Käfer und eine kleine Blüte treffen auf die anatomische Darstellung eines Gehirns. Verbunden durch expressive Farbspuren, ornamentale Muster und collagierte Fragmente, werden sie zu einer Bildwelt, in der sich die Kindheit nicht als geradlinige Geschichte, sondern als vielschichtiges Nebeneinander von Eindrücken entfaltet.


Das Gehirn bildet das gedankliche Zentrum der Komposition. Seine vergleichsweise offen gehaltenen, noch wenig verzweigten Ausläufer stehen innerhalb der Bildsprache für ein Bewusstsein, dessen Verbindungen erst entstehen:


Erfahrungen werden gesammelt, Wahrnehmungen miteinander verknüpft, Erinnerungen angelegt. Die sichtbaren Schriftfragmente „Nervous System“ und „Exhibition“ setzen einen sachlichen, beinahe lehrbuchhaften Akzent. Doch das scheinbar wissenschaftlich Erklärbare geht unmittelbar in eine freie, fantasievolle Welt über.


Auf dem Gehirn sitzt ein Tukan – als hätte ein exotischer Vogel aus einem Bilderbuch im Denken selbst seinen Platz gefunden.


Der Steiff-Teddybär bringt Wärme und Vertrautheit in diese bewegte Szenerie. Er steht für Nähe, Trost und jene frühen Begleiter, die im kindlichen Erleben weit mehr sind als bloße Gegenstände.


Die grüne Spielzeugeisenbahn setzt einen anderen Impuls: Sie erzählt von Bewegung, Aufbruch und selbst erfundenen Reisen. Während der Teddy Halt gibt, führt die Eisenbahn hinaus – in eine Welt, die im Spiel immer wieder neu entsteht.


Auch die Natur erscheint in dieser Erinnerungslandschaft zugleich vertraut und rätselhaft. Die Pilze verbinden den Märchenwald mit dem tatsächlichen Erlebnis des Suchens, Sammelns und genauen Hinsehens. Zwischen dem auffälligen Fliegenpilz und den an Waldspaziergänge erinnernden Pilzformen liegt die kindliche Erfahrung, dass Schönheit und Gefahr nahe beieinanderliegen können. Der kleine Käfer lässt sich als Fundstück früher Naturerkundungen lesen: etwas, das beobachtet, untersucht und vielleicht zum Mittelpunkt eines ersten kleinen Experiments wird. Zugleich bringt er einen leisen Gedanken an die Verletzlichkeit und Vergänglichkeit des Lebendigen ins Bild.

Die zarte Blüte setzt dazu einen stillen Gegenpol – ein kleines Zeichen des Wachsens und Aufblühens.


Leuchtendes Pink, Rot und Orange treffen auf Türkis, Flieder und frische grüne Akzente. Kreisformen, schablonenartige Ornamente und senkrechte Farbspuren durchziehen die Oberfläche; ein rotes, strahlenförmiges Motiv wirkt wie ein plötzlich aufblitzender Sinneseindruck. Die vielschichtige Mixed-Media-Struktur lässt die einzelnen Motive auftauchen, sich überlagern und wieder in den Hintergrund treten. So findet auch der Blick keine festgelegte Reihenfolge, sondern wandert assoziativ durch das Bild – von einem vertrauten Gegenstand zur nächsten überraschenden Entdeckung.


„Cup of Brain Childhood 1/2“ ist damit keine bloß nostalgische Sammlung von Kindheitsmotiven. Das Werk verknüpft Geborgenheit mit Neugier, Wissen mit Vorstellungskraft und die Freude am Entdecken mit einer ersten Ahnung von Vergänglichkeit.


Es zeigt Kindheit als einen offenen inneren Raum, in dem aus kleinen Dingen große Welten werden.

bottom of page