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Elevated Fish — Refined Silhouettes and Tactil 2026: Acryl Mixed Media on Canvas

2400,00 €Preis
Größe

Ein dicht geschichtetes Mixed-Media-Gemälde in leuchtendem Pink, Tiefblau, Ocker, Weiß und Orange, das collageartige Textfragmente, ornamentale Muster und figurative Elemente zu einem vibrierenden Bildkörper verdichtet. Im Zentrum entfaltet sich ein prächtiger Fisch mit fein gezeichnetem Skelett — Gräten, die wie eine architektonische Struktur zwischen den Schichten schweben. Eingebettet sind spanischsprachige Textfragmente: das Titelblatt eines alten Schulbuchs „Lecciones Elementales de Geometría — Segundo Grado”, der Schriftzug „Salones con Estilo” sowie der englische Claim „Elevated — Refined Silhouettes and Tactile”. Ornamentale Spitzenmuster, weiße Schlaufen-Gesten, kreisförmige Zellstrukturen, florale Motive und tropfenförmige Orangetupfer durchziehen die Komposition.


Geometrische Raster und textile Muster überlagern sich mit freien, gestischen Pinselzügen. Die untere Bildhälfte öffnet sich in ein Feld aus biomorphen Formen — Muscheln, Zellen, spiralförmige Organismen — die an mikroskopische Strukturen erinnern.


Interpretation

Das Bild operiert als visuelle Enzyklopädie, in der Wissen, Natur und Kultur gleichzeitig

sprechen. Der Fisch - ein wiederkehrendes Motiv im Werk von Stephanie Bing - erscheint hier als Chiffre für Transformation und die Spannung zwischen Oberfläche und Tiefe: Seine Gräten legen das Innere offen, machen Struktur sichtbar, wo sonst nur Erscheinung ist. Damit wird der Fisch zum Sinnbild einer Kunst, die unter die dekorative Oberfläche vordringt. Die eingearbeiteten Textfragmente funktionieren nicht als Illustration, sondern als semantische Schichten: „Lecciones Elementales de Geometría” verweist auf Grundlagen des Ordnens und Messens — Parallelität, Rechtwinkligkeit, Struktur — und kontrastiert mit der sinnlichen Üppigkeit der Malerei.


„Salones con Estilo” ruft das elegante Interieur auf, den bewohnten Raum als Bühne kultureller Selbstinszenierung. „Elevated — Refined Silhouettes and Tactile” hebt das Taktile hervor: Diese Kunst will nicht nur gesehen, sondern mit den Sinnen ertastet werden. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen dem Rationalen (Geometrie, Lehrbuch, Ordnung) und dem Sinnlichen (Farbe, Textur, organische Form) — ein Bild, das fragt:

Was geschieht, wenn elementare Lektionen auf ungezähmte Wahrnehmung treffen?


Einordnung im Werk von Stephanie Bing

„Elevated Fish” steht am Schnittpunkt mehrerer zentraler Werklinien von Stephanie Bing:

Das Werk setzt die Tradition ihrer psychischen Topografien fort — jener vielschichtigen

Bildräume, in denen Reisen, Architektur, Design und Biografie zu einer kosmopolitischen

Wirklichkeit verschmelzen. Doch hier verschiebt sich der Fokus: Das Interieur wird nicht

mehrals Raum dargestellt, sondern als Palimpsest aus kulturellen Fragmenten

rekonstruiert.


Die Salons sind nur noch als Textspur anwesend, der Raum selbst ist zum Bildkörper

geworden. Der Fisch als wiederkehrende Figur in Bings Werk verbindet das Biologische mit dem Symbolischen — er steht für die Genese des Lebens, für biomorphe Strukturen, die sich durch Ornament und Muster in die Bildwelt einschreiben. In „Elevated Fish” wird dieser Zusammenhang explizit: Gräten und Geometrie, Organismus und Ordnungssystem treten in einen Dialog, der die Grenze zwischen Natur und Kultur auflöst. Das Werk markiert zudem die Weiterentwicklung von Bings Übergang von figurativer Interieurmalerei hin zu prozesshaften, reflexiven Bildfeldern, in denen autonome Farbe und memoriale Bildgebung gleichberechtigt wirken. Die Mehrsprachigkeit des Bildes — Spanisch, Englisch, visuelle Codes — spiegelt die kosmopolitische Haltung der Künstlerin wider, die zwischen Mallorca und Deutschland arbeitet und deren Bildsprache sich bewusst aus verschiedenen kulturellen Registern speist. Im Preissegment von € 2.400 für ein Werk dieser Dichte und konzeptuellen Tragweite positioniert sich das Bild als äußerst zugänglich — ein Einstieg in ein Œuvre, dessen größere Formate bereits im vierstelligen oberen Bereich angesiedelt sind und dessen kuratorisches Gewicht stetig zunimmt.

  • Acryl Mixed Media on Canvas

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