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Horizont und Raum. Acryl on Canvas. 2024

1900,00 €Preis

Horizont

2024

Acryl auf Leinwand

70 × 50 cm

€ 1900


S O L D


Bings Format gliedert sich in zwei klar getrennte Zonen: Über zwei Drittel der Bildfläche erstreckt sich ein von breiten, sichtbaren Pinselzügen aufgewühlter Himmel in Grau-, Blau- und Lilanuancen, durchsetzt von wenigen Aufhellungen in Rosé und Türkis. Eine schmale, fast schwarze Horizontlinie – mit einer angedeuteten Insel oder Landzunge in tiefem Blau – trennt diesen bewegten Himmelsraum von einer flachen, hellen Wasserfläche.


Aus ihr treten pastos aufgetragene, blockhafte Formen hervor, die an Felsen, Kieselsteine oder driftende Eisschollen erinnern, in Blau, Grau, Ocker und Türkis, punktuell akzentuiert durch ein sattes Smaragdgrün.


Die Komposition setzt die Weite eines atmosphärisch aufgelösten Himmels gegen die Verdichtung und Materialität des Vordergrunds.


Diese Landschaft verortet sich nicht als geografische Gegebenheit, sondern als konzeptuelle, stets verschiebbare Schwelle: zwischen Bewegung und Struktur, zwischen atmosphärischem Fließen und kristallisierter Form. Die blockhaften Elemente im Vordergrund lesen sich wie Fragmente, die aus diesem Fluss ausgefällt und in Farbe gebannt wurden – eine Übersetzung von Wahrnehmung in Materie.


Es ist Stephanie Bings Rückkehr zur Abstraktion nach über zwei Jahrzehnten figurativer Arbeit. Wo ihre Interieurs und Stillleben mentale Topographien innerhalb architektonischer Räume entwarfen, verlagert dieses Werk dieselbe Fragestellung nach draußen: Die Landschaft – hier möglicherweise inspiriert von einer mediterranen Küstenlinie – wird zum Träger derselben inneren Bewegung, nur radikaler reduziert auf Geste, Farbfläche und Rhythmus.


Der Horizont übernimmt die Funktion der zuvor genutzten Wand oder Fensteröffnung: als Membran zwischen Innen und Außen, zwischen Wahrnehmung und Gedächtnis.


Das Werk positioniert sich in einer Traditionslinie, die von J.M.W. Turners atmosphärischen Sturmhimmeln und dem Erhabenen der Romantik über Nicolas de Staëls blockhaft-pastose Mittelmeerlandschaften bis zu Gerhard Richters abstrahierten „Seestücken“ reicht. Stephanie Bing überführt diese Tradition des Erhabenen in eine intuitive, gestisch-mixed-media geprägte Bildsprache und erweitert damit ihr Œuvre um eine neue, offene Landschaftsdimension.

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