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Hortus Conclusus (My Mind Mapping) 2025

5000,00 €Preis

Hortus Conclusus

My Mind Mapping

London · Dürers Nashorn

2025

Acryl Mixed Media on Canvas

80 × 60 × 4 cm

5.000


In meinem großformatigen Gemälde entfalte ich eine vielschichtige, collageartige Szenerie, in der Architektur, museale Objekte, Tiere, Pflanzen und Schriftfragmente zu einer offenen Bilderzählung zusammenfinden. Ich verstehe das Werk als winterlichen Hortus conclusus: als umschlossenen Garten, als Garten der Erinnerung und als Bühne für Begegnungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Meine Bildwelt verbindet die Vorstellung eines Januar- und Wintergartens mit Motiven aus alten Texten über den Gartenbau, mit musealen Gegenständen und mit einer traumartigen, beinahe surrealen Architektur.


Im Zentrum erhebt sich ein modernes, kubistisch anmutendes Gebäude mit zahlreichen Fenstern und Balkonen. Es bildet das architektonische Gerüst meiner Komposition, wird jedoch von organischen Formen, Tieren und historischen Motiven durchbrochen. Zwei ausladende Bäume rahmen die Szene von oben und verleihen ihr eine abgeschlossene, gartenartige Atmosphäre. So erschaffe ich einen Bildraum, der zugleich an einen urbanen Urwald, eine Arkadienlandschaft und ein imaginäres Museum erinnert.


Im Vordergrund versammle ich eine Fülle sorgfältig gesetzter Gegenstände. Dazu gehören eine antik anmutende, grünlich schimmernde Porzellan-Teekanne, eine japanische Flaschenvase, mehrere silbrig glänzende Fische, ein nostalgisches Spielzeugauto und grüne Äpfel, die auf einem blauen, rautenförmigen Muster liegen. Die Gegenstände wirken wie Relikte aus unterschiedlichen Zeiten und Kulturen, die in diesem Garten neu zueinanderfinden. Alte Vasen und keramische Gefäße bringen eine Atmosphäre von Patina und Vergänglichkeit in die Komposition. Ihre Schönheit liegt für mich nicht allein in ihrer Form, sondern auch in den Spuren der Zeit, die sie zu bewahren scheinen.


Die Teekanne ruft in mir Vorstellungen von Ritual, Gastfreundschaft und achtsamer Zusammenkunft hervor. Besonders japanische Teekannen sind eng mit der Teezeremonie verbunden; in meinem Bild wird das Gefäß zu einem Zeichen für Ruhe, Aufmerksamkeit und die Wertschätzung des Augenblicks. Keramik, Porzellan und mögliche Anklänge an Gusseisen bringen unterschiedliche Materialitäten in den Garten ein. Ihre Oberflächen und Formen stehen in einem spannungsvollen Verhältnis zur Natur und setzen zugleich gezielte visuelle Akzente. Die Vasen und Gefäße erinnern mich an die Schönheit des Unvollkommenen und Vergänglichen, wie sie mit dem Begriff Wabi-Sabi verbunden wird.


Im Mittelgrund erscheint die Rückenansicht einer römischen Kaiserbüste. Ich lasse den Imperator nicht direkt auf die Betrachtenden blicken, sondern dem vielschichtigen Geschehen zugewandt sein. Flankiert wird er von organisch verschlungenen Skulpturen, die mich an Objekte aus dem Victoria and Albert Museum erinnern. Zusammen mit der Porzellan-Teekanne, der japanischen Vase und weiteren keramischen Formen entsteht der Eindruck einer musealen Zusammenstellung, in der Gegenstände aus verschiedenen Epochen und Herkunftsräumen nebeneinanderstehen. Mein Bild wird so zu einer Art Wunderkammer: Ich bewahre Dinge, ordne sie jedoch nicht nach einer eindeutigen historischen oder geografischen Logik. Stattdessen lade ich dazu ein, zwischen ihnen Verbindungen zu entdecken.


Eine besondere kunsthistorische Referenz bildet für mich das Dürer’sche Nashorn. Ich zeige es als kleine, plastisch wirkende Figur, die beinahe wie eine Glocke anmutet und die Komposition symbolisch zusammenzuhalten scheint. Ein weiteres Nashorn lasse ich auf der rechten Bildseite mit architektonischen und organischen Strukturen verschmelzen, als wäre es selbst Teil des urbanen Gefüges. Mit diesem Motiv verbinde ich meine Bildwelt mit der europäischen Kunsttradition und stelle es zugleich in einen neuen Zusammenhang mit den Tieren, Gefäßen und Gebäudeteilen.


Vögel, Affen und Insekten beleben die Szenerie. Tropische Vögel mit leuchtendem Gefieder und kleine Äffchen bewegen sich zwischen Architektur und Objekten, während weitere Tiere scheinbar schwerelos in meiner Bildwelt agieren. Die Affen scheinen spielerisch mit ihrer Umgebung zu interagieren und bringen eine bewegliche, unvorhersehbare Energie in das Arrangement. Ich verstehe sie als Sinnbilder für die Beweglichkeit des Geistes und für das freie Spiel von Erinnerung und Vorstellungskraft. Die Tiere vermitteln zwischen Natur und Kultur, Wildnis und Zivilisation; sie verwandeln die Architektur in einen urbanen Dschungel, in dem die Grenzen zwischen gebauter und gewachsener Welt verschwimmen.


Über die Bildflächen hinweg lege ich Fragmente alter Zeitungsseiten, handschriftliche Notizen und botanische Illustrationen. Sie überlagern das Geschehen wie ein Schleier und verweisen auf unterschiedliche Formen des Erinnerns: auf persönliche Aufzeichnungen, überlieferte Bilder und öffentliche Geschichte. Ihre Einbindung knüpft für mich an die Tradition der Materialcollage und Décollage an, wie sie mit Dadaismus und den Nouveaux Réalistes verbunden ist. Zugleich verleihen die Textfragmente meinem Bild zeitliche Tiefe. Vergangenheit erscheint darin nicht als geschlossene Erzählung, sondern als Sammlung von Bruchstücken, die in der Gegenwart neu gelesen und zusammengesetzt werden.


Auch die alten Schriftfragmente über den Gartenbau im Januar bilden einen gedanklichen Hintergrund meines Werkes. Sie erinnern daran, bereits zu Beginn des Jahres mit den Vorbereitungen für die kommende Gartensaison zu beginnen: Samen, Saatgut, Zwiebeln und Stecklinge rechtzeitig zu beschaffen und die Arbeiten so zu planen, dass im Frühling ein gepflegter Garten entstehen kann. Der Gartenbau erscheint dabei als Teil einer umfassenderen Ordnung des Lebens. Wie die Räume eines Hauses sollen auch die Stuben und Zimmer ordentlich, sauber, hell und gut belüftet gehalten werden. Die überlieferten Ratschläge verbinden die Fürsorge für Wohnräume mit Aufmerksamkeit für die Natur und mit der Aufforderung, Zeit nicht ungenutzt verstreichen zu lassen.


In meinem Gemälde verwandle ich diesen praktischen Gartenkalender in eine poetische Vorstellung: Der Januar wird zum Monat der inneren Vorbereitung, der Erinnerung und des Träumens. Mein winterlicher Garten ist nicht leer, sondern voller gespeicherter Geschichten. Der Hortus conclusus wird zu einem geschützten Denkraum, in dem historische Gegenstände, alte Texte, moderne Architektur und lebendige Natur aufeinandertreffen. Die Titelvorstellungen „Januarträume im Garten der Erinnerung“ und „Garten des schlafenden Verstandes“ beschreiben für mich diese Verbindung von Jahreszeit, Gedächtnis und geistiger Entrückung. Auch den Gedanken des „MindNapping“ nehme ich auf: Mein Bild entführt den Geist aus einer geradlinigen Wirklichkeit in eine Welt, in der Assoziationen und Erinnerungsbilder frei ineinander übergehen.


Meine Collagetechnik unterstützt diese offene Bildlogik. Malerei, Zeichnung, Schrift und eingearbeitete Fragmente verschmelzen zu einer dichten Struktur. Ich folge keiner eindeutigen Zentralperspektive und erzähle keine abgeschlossene Handlung. Stattdessen ordne ich die Motive additiv an, sodass das Auge zwischen den verschiedenen Ebenen wandern kann. Der Wechsel zwischen pastos und expressiv ausgeführten Partien und fein ausgearbeiteten Details verleiht den Oberflächen eine lebendige, haptische Qualität. Meine Farbigkeit bewegt sich zwischen gedeckten, erdigen Tönen und leuchtenden Akzenten, besonders bei den Porzellangefäßen, den Früchten und den Tieren.


Stilistisch verbinde ich in diesem Werk Anklänge an das surrealistische Bilddenken mit Elementen des Stilllebens, der Collage und der musealen Präsentation. Die unwahrscheinliche Zusammenstellung der Gegenstände erinnert an die Traumlogik des Surrealismus, während die arrangierten Gefäße, Früchte und Fische an das klassische Stillleben denken lassen. Zugleich verweist die Ansammlung historischer und kultureller Objekte auf die Sammelpraxis von Wunderkammern und Museen. Der Verweis auf das Victoria and Albert Museum, die römische Büste, die fernöstlich anmutenden Gefäße und die europäische Dürer-Referenz schaffen einen Dialog zwischen verschiedenen Epochen und kulturellen Bildtraditionen.


Ich verstehe das Gemälde als zeitgenössisches, modernes und postmodernes Stillleben. Es zeigt nicht nur Dinge, sondern fragt nach ihrer Bedeutung, ihrer Herkunft und ihrer Rolle im kollektiven Gedächtnis. Die kulturelle Vielfalt der Motive macht mein Bild zu einem visuellen Archiv, in dem sich Formen und Geschichten über Zeiten und Regionen hinweg begegnen. Fragen nach Identität, Erinnerung, kultureller Zugehörigkeit und der Rolle des Museums als Speicher überlieferter Gegenstände lasse ich dabei bewusst offen.


So wird der Hortus conclusus in meinem Gemälde zu einem Garten der Erinnerung und zugleich zu einer Architektur der Gedanken. Hier begegnen sich der römische Kaiser und das Dürer’sche Nashorn, die japanische Vase und die Porzellan-Teekanne, Fische und Äpfel, Vögel und Affen, alte Zeitungsausschnitte und moderne Gebäudestrukturen. Vergangenes und Gegenwärtiges, Fremdes und Vertrautes, Natur und Kultur treten in einen vielstimmigen Dialog. Ich erzähle keine einzelne Geschichte, sondern eröffne einen Bildraum, in dem die Betrachtenden ihre eigenen Erinnerungen, Deutungen und Assoziationen entdecken können.

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