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Oceanic Fragments. Alphabet of the Sea 2026: Acryl Mixed Media on Canvas

2200,00 €Preis
Größe

Auf der hochformatigen Leinwand von 100 × 50 × 2 cm entfaltet sich ein vielschichtiger

Unterwasser-Bildraum, der wie eine Mischung aus Meereskarte, Collage und Traumsequenz wirkt. Vor einem in Blau-, Türkis- und Sandtönen modulierten Grund schwimmen zahlreiche Fische, Silhouetten und Fisch-Gräten in unterschiedlichen Größen und Transparenzen nach oben und unten – als würden verschiedene Zeitebenen gleichzeitig sichtbar werden.


Zwischen den Fischkörpern tauchen Schablonen-Muster, ornamentale Bordüren,

Netzstrukturen und Schriftzeichen auf: ein Alphabet von A bis Z, Zahlenreihen von 4 bis 0,

geschwungene florale Ornamente und grafische Texturen erinnern an alte Drucke, Kacheln, Stoffe und Seekarten. Die Oberfläche ist durch Lasuren, Schichtungen, Frottagen, Stempelungen und collagierte Elemente belebt; deckende Partien liegen neben transparenten Überlagerungen, in denen frühere Schichten nur noch schemenhaft durchscheinen. Die Fische selbst wechseln von detailreich gemalten Exemplaren über farbige Silhouetten bis hin zu fein gezeichneten Skeletten, die wie naturkundliche Studienblätter wirken. Dadurch entsteht ein rhythmischer Wechsel zwischen Leben, Bewegung und Erinnerungsspur. In Randzonen tauchen Zebra- und Schuppenmuster auf, die den Bildraum wie ein dekorativer Rahmen umspielen und ihn gleichzeitig in Richtung Textil, Tapete und Interior öffnen – ganz im Sinne deiner opulenten, räumlich gedachten Bildwelten.


Interpretation

Dieses Werk lässt sich als eine Art visuelles Archiv des Meeres lesen – ein „Alphabet des

Ozeans, das große ABC der Fische“, in dem jede Form, jede Zahl und jedes Fischfragment eine mögliche Geschichte trägt. Die Kombination aus lebendigen Fischkörpern, leeren Silhouetten und Fischgräten verhandelt das Spannungsfeld von Fülle und Verlust, von biologischer Vielfalt und fragiler Vergänglichkeit.


Die Buchstaben und Zahlen erweitern den maritimen Raum um eine kulturelle, menschliche Ebene: Sie erinnern an Beschriftungen von Fischkisten, Hafenschilder, wissenschaftliche Kataloge oder an die abstrakte Grundstruktur jeder Sprache. So wird das Meer hier nicht nur als Naturraum, sondern auch als codierter Kulturraum sichtbar – ein Ort, an dem Wissen, Handel, Reisen und Geschichten zusammenfließen.


Die ornamentalen Elemente verweisen auf Textilien, Keramik und architektonische Dekore

mediterraner Räume, wie man sie in Häusern, Cafés, alten Hafenorten findet. Damit schlägt das Bild eine Brücke zu Bings künstlerischen Idee, innere und äußere Räume, Reiseerinnerungen, Architektur und Design zu einem kosmopolitischen, emotional aufgeladenen Interieur zu verschmelzen.


Insgesamt wirkt das Gemälde wie ein schwebender Teppich aus Meereszeichen, in dem die Betrachter*innen eingeladen sind, ihre eigenen Erinnerungen an Meer, Küstenstädte, Urlaube und Fischmärkte zu aktivieren. Die leichte, helle Farbigkeit nimmt der Thematik jede Schwere und verwandelt sie in ein poetisches, beinahe verspieltes Nachdenken über die Sprache des Meeres.


Kontext und Einordnung im Œuvre

Dieses Werk fügt sich stimmig in Bings aktuelles 2026er Œuvre ein, in dem sich maritime

Motive, fragmentierte Bildräume und vielschichtige Mixed-Media-Techniken immer wieder

begegnen. Gemeinsam mit „Underwater Poetry. Currents of Memory“ bildet es eine thematische Schwesterarbeit, die das Motiv der Unterwasserpoesie erweitert: Dort standen vor allem Strömungen, Lichtflächen und abstrakte Erinnerungsräume im Mittelpunkt, hier treten die Fische selbst – als Serie von Fragmenten und Zeichen – stärker in den Vordergrund.


Die Arbeit knüpft gleichzeitig an Bings längerfristige Beschäftigung mit Netzwerken, inneren Landschaften und komplexen Bildschichten an, wie sie in Bildern wie „Elevated Fish“, „Brain Fog“ oder „Neuro Cosmos“ auftauchen: Statt neuronaler Verbindungen oder urbaner Strukturen spannt sich hier ein Netz aus Meereszeichen und visuellen Codes über die Leinwand.


Im Kontext vor Stephanie Bings Gesamtwerks lässt sich das Bild als maritime Variante ihrer „inneren Räume“ verstehen: Das Meer wird zur Projektionsfläche von Erinnerung, Wahrnehmung und Identität, zugleich aber auch zu einem dekorativ-opulenten Bildinterieur, das hervorragend in kosmopolitische Wohn- und Architektursituationen passt.


  • Acryl Mixed Media on Canvas

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