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Roman Diary Love Me, Roma 2024: Acryl Mixed Media on Canvas

1400,00 €Preis
Größe

Ein kleinformatiges, golden gerahmtes Mischtechnik-Werk 2024 in Rom entstanden, signiert „Stephanie Bing 2024” mit dem Ortsvermerk „ROM”.


Auf einem warmen Grund aus Ocker-, Apricot- und Rosatönen verdichten sich Fragmente römischer Bildwelten zu einer pulsierenden Collage: links eine antik anmutende Frauenbüste im Profil mit dunklem Haar und rotem Schriftzug „Love Me”, der wie ein modernes Graffiti über das Fresco rinnt. Darunter sitzt – fast beiläufig – eine kleine schwarze Ratte auf einem Sims, ein römisches Renaissance-Porträt einer Dame mit Krone (Anklang an ein Bronzino- oder Tizian-Bildnis) und eine rote Amphore.


Mittig dominiert ein großes, pulsierendes anatomisches Herz in Rot, Grün und Türkis – das energetische Zentrum der Komposition. Daneben ein blauer Designer-Sessel (Gio Ponti- Anklang), ein silbergrüner Fisch, ein ornamentaler Stoff in Rot-Weiß-Blau und am oberen

Rand ein griechisches Palmettenornament sowie ein Mäander-Fries am unteren Bildrand.


Alles ist von schnellen, gestischen Pinselstrichen durchzogen, die Antike und Gegenwart ineinanderfließen lassen. Das Werk ist ein kleines visuelles Tagebuch Roms – ein Dialog zwischen ewiger Stadt und flüchtigem Augenblick. Die antike Profilfigur, das Renaissance Porträt, die Amphore und die Ornamente verweisen auf die geschichtete Zeit Roms, während „Love Me”, die Ratte und der Designersessel die heutige, ungeschönte Realität einer lebendigen Metropole einbringen. Das große Herz im Zentrum ist Liebeserklärung und Lebenszeichen zugleich: Es schlägt zwischen Marmor und Müll, zwischen Hochkultur und Straßenpoesie. Der Fisch – christliches Ursymbol und zugleich mediterranes Alltagsmotiv – verbindet Sakrales und Profanes. Die Ratte ist kein Störfaktor, sondern Bewohnerin der Ruinen: ein zärtlicher Hinweis darauf, dass Schönheit und Verfall in Rom untrennbar sind.


Entstanden während eines Romaufenthalts 2024, gehört das Bild zu einer Reihe ortsbezogener Arbeiten, in denen unmittelbare Eindrücke – Fresken im Palazzo Massimo, Porträts in der Galleria Borghese, Marktstände in Trastevere, antike Vasen in den Vatikanischen Museen – zu einer persönlichen Mythologie verdichtet werden. Format und Rahmung verweisen auf die Tradition der „Cabinet Pictures”: Sammlungsstücke zum Hinsehen aus der Nähe, intim und konzentriert.


Die Arbeit ist charakteristisch für Bings Handschrift: gestische Malerei, Collage-Logik, kulturelle Querverweise und eine fast tagebuchartige Verarbeitung von Orten und Reisen. Wie in ihren Mallorca- und Port Andratx-Serien verbindet sie hier hochkulturelle Zitate mit Pop-Elementen und schafft eine sinnliche Bildsprache zwischen abstrakter Expressivität und narrativer Figuration. Die Verschränkung von Antike, Mode, Tier und Schrift ist ein wiederkehrendes Motiv – die Künstlerin als Kuratorin ihrer eigenen Bilderwelt.


Das Werk steht in einer Linie mit der zeitgenössischen Neo-Pop- und Appropriations Malerei: Bezüge zu Julian Schnabel (geschichtete Bildoberflächen), David Salle (Collage-Logik in der Malerei) und Jean-Michel Basquiat (Schrift als Bildelement, Pop-Ikonografie) sowie zur Generation jüngerer Maler:innen wie Genieve Figgis oder Flora Yukhnovich, die historische Bildquellen mit gestischer Malerei neu verhandeln. Zugleich passt es in den aktuellen Diskurs um „Maximalismus” und „Crowded Canvas” – das bewusste Überfluten der Bildfläche als Antwort auf die digitale Bilderflut. Pretty „Pop Art at its best” trifft es insofern, als hier Hochkultur und Alltag, Liebe und Verfall, Vergangenheit und Gegenwart gleichberechtigt nebeneinander stehen.

  • Acryl Mixed Media on Canvas

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