Table with Domino and Kimono. 2020 Acryl Mixed Media on Canvas
Table with Domino and Kimono
2020
Acryl Mixed Media on Canvas
50 x 50 cm
60 x 60 cm
Barock Rahmen Gold
Das Werk „Table with Domino and Kimono“ zeigt einen farbintensiven, spielerisch inszenierten Interieur-Ausschnitt, in dem ein gedeckter Tisch, ein gemusterter Kimono und eine Streu aus Dominosteinen in einen lebendigen Bildraum aus Formen und Farben überführt werden.
In der Bildmitte dominieren der hellblau gepunktete Kimono und eine ovale Tischfläche, auf der sich Domino-Steine verteilen, eingerahmt von Rosa-, Gelb- und Orangefeldern. Am rechten Bildrand erscheinen Becher, während unten abstrakte Formen und Collagefragmente den Übergang zu stärker aufgelösten Figuren und einem Löffel markieren.
Die Konstellation von Domino und Kimono verbindet Spiel, Japan und Mode mit dem häuslichen Ritual des gedeckten Tisches. Die Domino-Steine verweisen auf strategisches Denken und spielerische Entscheidungen, während der Kimono als Kleidungsstück kulturelle Identität und Körperlichkeit evoziert; gemeinsam erzeugen sie eine Atmosphäre von geselligem Abend oder privater Zeremonie, die im Bild zu einem inneren Tagebucheintrag verdichtet wird.
In Bings Œuvre stehen Interieurs, Alltagsgegenstände, Mode und kulturelle Anspielungen häufig im Zentrum und werden mittels Collage, Acryl und altmeisterlichen Lasuren zu „lebendigen Sanctuaries“ verdichtet, die Betrachter zur Interaktion einladen.
International lässt sich „Table with Domino and Kimono“ im Dialog mit Positionen verorten, die Interieur, Pattern und Mode verbinden – von der farbsatten Raumbehandlung eines Matisse oder Bonnard bis zu zeitgenössischen Künstlerinnen, die textile Motive und Pop-Art-Elemente in erzählerische Collagen überführen. Diese Mischung aus Pop-Art-Anklängen, kulturellen Referenzen und erzählerischen Innenräumen sowie die Übersetzung der Bildwelt in Fashion-Objekte und internationale Präsentationen positioniert Bing als Teil einer transnationalen Bewegung, in der Malerei, Design und Lifestyle ineinander greifen und Kunst als immersive, lebensnahe Umgebung gedacht wird.
